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Rassebeschreibung

Der Zwergspaniel mit den unverwechselbaren Ohren schlich sich schon in die Herzen von Kaiserin Maria Theresia und ihrer Tochter Marie Antoinette - kein Wunder, denn der Papillon ist schlicht und einfach unwiderstehlich.
Schon auf Gemälden von Giotto, Tizian, Rubens oder Goya tauchten immer wieder Zwergspaniel auf. Meist wurden die entzückenden Hunde gemeinsam mit vornehmen Frauen und Kindern dargestellt, denn von jeher waren sie die Lieblinge der Damen vom Stand.

Die korrekte Bezeichnung der Papillons ist "Epagneul main continental", zu Deutsch "Kontinentaler Zwergspaniel", und genau genommen ist das Schmetterlingshündchen lediglich die stehohrige Form dieser Rasse. Seinen befransten Stehohren hat er den Namen "Papillon", Schmetterling, zu verdanken. Sein hängeohriger Bruder wird bezeichnenderweise "Phalene" genannt, was soviel wie Nachtfalter bedeutet. Der Phalene ist wohl der ältere der beiden Zwergspaniels, denn auf früheren Bildern, etwa ab 1300, wird nur er dargestellt. Erst viel später findet man -beispielsweise im 18. Jahrhundert auf einem Werk von Bogdani- auch Stehohrige. Mit zunehmender Beliebtheit des Papillons wurde der Phalene leider immer seltener und wird nur von wenigen Züchtern betreut. Lieben muß man ihn einfach, den lebensfrohen Wirbelwind, und das taten schon Kaiserin Maria Theresia und ihre Tochter. Die beiden besaßen sogar gleich mehrere Zwergspaniels. Sie wurden gehalten, um die Damen in ihren kalten Schlössern zu wärmen und um die Gänge von Ratten freizuhalten. Einerseits kuschelige "Wärmeflasche", anderseits frecher Rattenfänger - so erstaunlich vielseitig ist der zerbrechlich wirkende Zwerg bis heute geblieben.
Wer sich einen Papillon oder Phalene als Lebensgefährten aussucht, der fängt sieben Fliegen auf einen Streich. Der kleine Hund ist ein ausdauernder Läufer, intelligent, gelehrig, bildhübsch, gesund und hat bei vernünftiger Haltung eine hohe Lebenserwartung. Harmoniebedürftigkei und Anhänglichkeit sind ebenso typische Merkmale des Papillons wie Anpassungsfähigkeit und Wachsamkeit. Man mag es kaum glauben, doch das winzige Hündchen ist ein ausgezeichneter Wächter und passt stolz und aufmerksam auf die Seinen auf. Es gibt sofort Laut, wenn sich ein Fremder nähert und so ist bisweilen schon ein wenig Konsequenz notwendig, will man zu häufiges Kläffen unterbinden. Doch dies ist nicht all zu schwer, denn die Zwergspaniels sind gut erziehbar. Grundsätzlich paßt sich das Schmetterlingshündchen jeder Situation ohne Schwierigkeiten an. Gewöhnt man es früh genug an den Transport in einer Tasche oder dergleichen, so wird es sich problem- und gefahrlos auch im S-Bahn, Zug oder Straßenbahn mitnehmen lassen.
Ein Papillon ist in der kleinen Einzimmerwohnung ebenso glücklich wie in einem großen Haus mit Garten, sofern er von seinen Menschen genügend Liebe, Zuwendung und Geborgenheit erfährt. Auch mit anderen Haustieren versteht er sich prächtig und wenn man ihm einmal klargemacht hat, was er darf und was nicht, so wird sich das intelligente Kerlchen dies in der Regel auch merken.
Zwar sind die hübschen Spaniel kuschelig, verschmust und liebebedürftig, doch keinesfalls träge, zerbrechliche Schoßhündchen! Vielmehr legen sie große Bewegungsfreude an den Tag und keine Wanderung ist ihnen zu beschwerlich, wenn sie nur inmitten ihrers "Rudels" sein können. Papillons auf dem Agility-Platz sind übrigens keine Seltenheit, im Gegenteil: Sie zeigen dort hervorragende Leistungen. Im Alltag ist der Zwergspaniel aber mit kleineren Spaziergängen zufrieden. Vor allem aber sollte man viel mit ihm spielen und toben. Das macht dem kleinen Kerl nicht nur eine Riesenfreude, sondern hält ihn bis ins hohe Alter fit.
Trotz seines langen Haarkleides ist der kleine Papillon im Grunde ein pflegeleichter Hund. Tägliches Durchkämmen mit einer Bürste reicht völlig aus und baden so selten wie möglich. Ein wenig achten sollten Herrchen oder Frauchen auf die feinen Fransen an den großen Ohren. Diese sind sehr weich und fein und können schnell verknoten, müssen also mit einem Kamm öfters in Form gebracht werden. Im schlimmsten Fall hilft nur noch die Schere und die Knoten werden einfach abgeschnitten. Auch auf die Augen sollten die neuen Besitzer achten. Papillons haben relativ große Augen und diese neigen bei Wind und Wetter und nicht selten in Streßsituationen leicht zu Tränenfluss. Mit homöopathischen Mitteln gereinigt, gibt es aber kaum Probleme. Besonders die kleineren Rassevertreter können schon sehr zeitig Zahnstein bekommen, deshalb die Hunde von klein auf an das Zähneputzen gewöhnen. Die robusten Zwerge haben bei vernünftiger und verantwortungsvoller Pflege, wozu auch die artgerechte Fütterung gehört, eine recht hohe Lebenserwartung. Mit Leichtigkeit können sie über 12 Jahre werden, viele erreichen auch ein Alter von 15 bis 16 Jahren.

Ein Papillon ist ein kleiner, aber doch ein ganzer Kerl. Er ist nicht nur ein sensibler Familienhund, der die ganze Familie innig liebt, sondern durchaus auch ein robuster, selbstbewußter Begleiter. Es gibt nicht selten Zwergspaniels, die erfolgreich eine Gebrauchshundeprüfung ablegen oder aber sich mit Bravour beim Agility behaupten. Allerdings besteht bei diesem niedlichen Hündchen die Gefahr, daß er von seinen Besitzern einfach zu sehr verwöhnt wird. Und wenn man nicht aufpaßt, ist er klug genug, selbst das Sagen zu übernehmen. Auch dem liebebedürftigen und anschmiegsamen Papillon müssen in der Erziehung ganz konsequent Grenzen gesetzt werden, wenn er seinen Leuten nicht auf der Nase herumtanzen soll. Da Papillons sehr verspielt sind und sie nur ungerne über viele Stunden alleine bleiben, ist es ratsam in diesem Fall gleich zwei Schmetterlinge zu halten, so daß sie sich miteinander beschäftigen können. Ein ganz typisches Wesensmerkmal des Zwergspaniels ist auch sein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen. Er ist fröhlich, wenn seine Besitzer fröhlich sind und traurig, wennsie traurig sind. Selbst mit Kindern verstehen sich Papillons hervorragend und sind bei jedem Spiel dabei, solange die Kinder sich richtig verhalten und ihren kleinen Freund nicht als Plüschtier betrachten. Krach und Sreit sind dem kleinen Spaniel aber ein Gräuel, denn nichts braucht er mehr als eine harmonische und liebevolle Umgebung.

Die beiden Varietäten des Kontinentalen Zwegspaniels sind beide vom allgemeinen Erscheinungsbild her prachtvolle, kleine Hündchen mit langem Haar und harmonischem Körperbau. Sie sind ebenso lebhaft und anmutig wie robust und stolz in ihrer Haltung, wobei ihr Körper etwas länger als hoch ist. Ihr Gangwerk soll frei und elegant sein. Das leicht gewellte Haarkleid des hübschen Schmetterlingshundes ist reichlich und glänzend. Es besitzt keine Unterwolle und ist zwar fein, aber doch nicht weich. Am Gesicht, dem Fang, an den Vorderseiten der Läufe und auch unterhalb der Sprunggelenke ist das Fell kurz, sonst mittelang bis lang. An den Hinterbeinen bildet sich eine sogenannte "Hose", an der Brust eine fließende Krause.
Auf weißem Grund sind beim Papillon laut Standard alle Farben zugelassen, egal ob zweifarbig oder dreifarbig. Allerdings soll das Weiß im Verhältnis zur Farbe vorherrschen. Eine Blesse am Kopf wird gerne gesehen, ist aber nicht zwingend vorgeschrieben. Die Widerristhöhe der Zwergspaniel bewegt sich zwischen 24 cm und 30 cm. Gewichtsmäßig werden die Papillons und Phalene noch in zwei unterschiedliche Klassen geteilt. Es gibt ausgesprochen kleine Vertreter ab 1,5 Kilo und auch ausgesprochen Große mit bis zu 4,5 Kilo. Der mittlere Papillon mit ca. 26 cm Schulterhöhe und zwischen 2,8 und 3,5 Kilo ist ein harmonischer Rassevertreter.
(Quelle: Text - Zeitschrift "Partner Hund"; Zeichnung - D. Ashdown Millenniumhandbuch)